Praktische Bereitstellungsbeispiele (Windows)

Zur Gewährleistung einer optimalen Leistung empfehlen wird die Verwendung von Microsoft SQL Server als ESET Remote Administrator-Datenbank. ESET Remote Administrator ist auch mit MySQL kompatibel, doch die Verwendung von MySQL kann sich nachteilhaft auf die Systemleistung auswirken, wenn Sie mit großen Datenmengen arbeiten, beispielsweise mit großen Dashboards, vielen Bedrohungen oder vielen Clients. Mit Microsoft SQL Server können Sie mit der gleichen Hardware etwa die 10-fache Anzahl an Clients verarbeiten wie mit MySQL.

Für Testzwecke speichert jeder Client etwa 30 Logs in der Datenbank. Microsoft SQL Server arbeitet mit einem großen RAM-Volumen, um Datenbankdaten im Cache zu speichern. Daher sollten Sie mindestens so viel Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen, wie für Microsoft SQL Server auf dem Datenträger vorhanden ist.

Es gibt keine einfache Methode, die Menge der von ESET Remote Administrator verwendeten Ressourcen genau zu berechnen, da dies je nach Netzwerkumgebung variiert. Hier sehen Sie einige Testergebnisse für übliche Netzwerkkonfigurationen:

Testfall: bis zu 5.000 Clients mit Verbindung zum ERA Server

Testfall: bis zu 100.000 Clients mit Verbindung zum ERA Server

Um eine optimale Konfiguration für Ihre Anforderungen zu bestimmen, empfiehlt es sich, einen Test mit einer kleineren Anzahl Clients und weniger leistungsfähiger Hardware auszuführen, und die Systemanforderungen auf Grundlage der erhaltenen Testergebnisse zu extrapolieren.

TESTFALL (5.000 CLIENTS)

Hardware/Software

Windows Server 2003 R2, x86-Prozessorarchitektur

Microsoft SQL Server Express 2008 R2

Intel Core2Duo E8400 mit 3 GHz

3 GB RAM

Seagate Barracuda 7200 RPM, 500 GB, 16 MB Cache, Sata 3,0 Gb/s

Ergebnisse

Die ERA Web-Konsole antwortet sehr schnell (Antwortzeit unter 5 s)

Durchschnittlicher Speicherverbrauch:

oApache Tomcat 200 MB

oERA Server: 200 MB

oSQL Server-Datenbank: 2 GB

Serverreplikationsleistung: 10 Replikationen pro Sekunde

Datenbankgröße auf dem Datenträger: 2 GB (5.000 Clients mit je 30 Logs in der Datenbank)

In diesem Testfall wurde SQL Server Express 2008 R2 verwendet. Trotz der Einschränkungen (10 GB für die Datenbank, 1 Prozessor, 1 GB RAM) hat sich die Konfiguration als funktions- und leistungsfähig erwiesen. Für Server mit weniger als 5.000 Clients empfiehlt sich die Verwendung von SQL Server Express. Sie können auch zunächst SQL Server Express bereitstellen und auf Microsoft SQL Server (Vollversion) aufrüsten, wenn eine größere Datenbank erforderlich wird. Beachten Sie, dass ältere Express-Versionen (vor 2008 R2) eine Größenbeschränkgung von 4 GB für die Datenbank haben.

Die Serverreplikationsleistung definiert ein Replikationsintervall für die Clients. 10 Replikationen pro Sekunde entsprechen 600 Replikationen pro Minute. Im Idealfall sollte das Replikationsintervall auf allen 5.000 Clients auf 8 Minuten festgelegt werden. Da dies jedoch eine Last von 100 % auf dem Server ergeben würde, sollten Sie in diesem Fall ein längeres Intervall angeben. Für dieses Beispiel empfehlen wir ein Replikationsintervall von 20 bis 30 Minuten.

TESTFALL (100.000 CLIENTS)

Hardware/Software

Windows Server 2012 R2 Datacenter, x64-Prozessorarchitektur

Microsoft SQL Server 2012

Intel Xeon E5-2650v2 mit 2,60 GHz

64 GB RAM

Netzwerkadapter Intel NIC/PRO/1000 PT Dual

2x Micron RealSSD C400 SSD-Laufwerke mit 256 GB (eines für System und Software, ein zweites für die SQL Server-Datenbankdateien)

Ergebnisse

Die Web-Konsole antwortet schnell (Antwortzeit unter 30 s).

Durchschnittlicher Speicherverbrauch:

oApache Tomcat: 1 GB

oERA Server: 2 GB

oSQL Server-Datenbank: 10 GB

Serverreplikationsleistung: 80 Replikationen pro Sekunde

Datenbankgröße auf dem Datenträger: 10 GB (100.000 Clients mit je 30 Logs in der Datenbank)

In diesem Testfall wurden alle Komponenten (Apache Tomcat + ERA-Web-Konsole, ERA Server auf einem Computer und SQL Server auf einem anderen Computer) installiert, um die Kapazität des ERA Servers zu testen.

Die große Anzahl Clients verursacht eine größere Speicher- und Datenträgerauslastung durch Microsoft SQL Server. Um eine optimale Leistung zu gewährleisten, speichert SQL Server nahezu alle Datenbankinformationen im Cache. Apache Tomcat (Web-Konsole) und der ERA Server speichern ebenfalls Daten im Cache, was die erhöhte Speicherauslastung in diesem Testfall erklärt.

Der ERA Server kann 80 Replikationen pro Sekunde (288.000 pro Stunde) liefern. Im Idealfall wäre das Replikationsintervall aller 100.000 Clients etwa 30 Minuten (200.000 Replikationen pro Stunde). Dies würde jedoch eine Serverauslastung von 100 % verursachen, weshalb ein geeignetes Replikationsintervall eher 1 Stunde ist (100.000 Replikationen pro Stunde).

Die Netzwerkauslastung hängt von der Anzahl der Logs ab, die von den Clients erfasst werden. In diesem Test waren dies etwa 20 KB pro Replikation. Bei 80 Replikationen pro Sekunde entspricht dies einer Bandbreite von etwa 1600 KB/s (20 Mbit/s).

In diesem Beispiel wurde ein Szenario mit einem Server verwendet. Durch die Verwendung mehrerer ERA-Proxies (je mehr, desto besser) kann die Prozessor- und Netzwerkauslastung besser verteilt werden. Sowohl die Prozessor- als auch die Netzwerklast werden beim Beantworten der Clientreplikationen verteilt. Besonders mit Clients an entfernten Standorten ist es wichtig, die Netzwerklast zu verteilen. Das Proxy-Replikationsintervall für den Server kann außerhalb der Arbeitszeiten festgelegt werden, wenn eine größere Bandbreite zur Verbindung mit entfernten Standorten verfügbar ist.